Gesammelte Faltungen
Resonierende Faltungen
(Textresonanzen)
Einige Faltungen klingen nach. Sie lassen sich nicht in Bildern festhalten, nicht in Ton oder Video – oder nur unvollständig. Deshalb laden wir Schreibende ein, Texte entstehen zu lassen. Diese Textresonanzen sind eigenständige künstlerische Antworten auf das Geschehene. Sie sind Teil unserer Gesammelten Faltungen – als Spur, als Weiterdenken, als Faltung nach der Faltung.
Dokumentarische Faltungen










MAMA FURIA
Performance & gemeinsames Essen
von Nora Decker und Carla-Frieda Nettelnbreker
Am 21. und 22. November 2025 gastierten Nora Decker und Carla-Frieda Nettelnbreker mit MAMA FURIA in der FALTE. Ausgangspunkt der Performance war die Küche – als Ort unsichtbarer Care-Arbeit und als Schauplatz von Widersprüchen, Erschöpfung und Rebellion. Zwischen Bewegungen, Stimmen und Rhythmen verdichteten die Performerinnen Erfahrungen von Mutterschaft*, Wut und struktureller Überforderung zu einem vielstimmigen, körperlichen Klangraum.
Im Anschluss wurde gemeinsam gegessen und gesprochen – ein Abend zwischen Dringlichkeit, Verbundenheit und der Suche nach neuen Erzählungen über Mutterschaft*, Identität und Widerstand.
Vielen Dank, Nora und Carla, für diese kraftvollen, intensiven Abende.








Am 5.–7. September 2025 zeigte die FALTE im Rahmen des 28. ZINNOBER die Ausstellung Gemeinschaft Falte mit Arbeiten von Ana Halina Ringleb, Carla Maria Ringleb, Seline Seidler und Verena Witthuhn. Die Ausstellung machte die FALTE als Ateliergemeinschaft sichtbar und stellte individuelle künstlerische Positionen in einen gemeinsamen Zusammenhang.
Gezeigt wurden Arbeiten, in denen sich Atelier und Projektraum, individuelle Praxis und kollektive Struktur überlagern. Körper, Sprache und Material traten als Resonanzräume, Spuren und geteilte Erfahrungen in Erscheinung und machten Gemeinschaft als gelebte, künstlerische Praxis erfahrbar.




Am 21. und 22. Juni 2025 zeigte Ana Halina Ringleb im Rahmen von INS BLAUE – Ein Spaziergang durch das Spektrum der Architektur die ortsspezifische Installation Wo ich noch nicht war in der FALTE. Die Arbeit untersuchte Räume, die sich über Offenheit und unbeantwortete Fragen definieren – Orte, die kein Sprechen einfordern, sondern das Fragen selbst zum räumlichen Prinzip machen.
Zwischen installativer Setzung und räumlicher Erfahrung entstand ein stiller, tastender Raum, in dem Wahrnehmung, Körper und Aufmerksamkeit in Beziehung traten. Die Installation lud dazu ein, Architektur als offenen Prozess zu begreifen – als Ort, an dem Bedeutung nicht festgelegt, sondern im Dazwischen von Präsenz und Resonanz entsteht.





Am 21. und 22. Juni 2025 war Tavola rasa. von Kerstin Reilemann, Lisa Verena Pape und Esther-Marie Kröger in der FALTE zu sehen. Im Rahmen von INS BLAUE – Ein Spaziergang durch das Spektrum der Architektur wurde der Tisch als zentraler Ort des Zusammenkommens, Aushandelns und In-Beziehung-Gehens untersucht.
Ausgehend von einem scheinbar verlassenen Setting stellte die Arbeit Fragen nach Einfluss, Gestaltung und Gemeinschaft: Wie prägen wir Räume – und wie prägen sie uns? In der Verbindung von Architektur, Ästhetik und gesellschaftlicher Reflexion entstand ein offenes Szenario, das menschliches Handeln als formende Kraft sichtbar machte und den Tisch als stilles Archiv sozialer Prozesse begreifbar werden ließ.









Am 22. und 23. Mai 2025 war die Sprechperformance EVERYBODY WANTS THE SAME THING, BABY. WE’RE ALL LOOKING FOR A SAFE PLACE. von Doa Volland in der FALTE zu sehen. Ausgehend von den multiplen Krisen der Gegenwart – politisch, gesellschaftlich, ökonomisch – suchte die Performance nach Gegenbewegungen, die Menschlichkeit und „gute Orte“ in den Mittelpunkt stellen.
Zwischen Text, Frage und leiser Ironie entwarf Doa Volland eine tastende Suche nach Schutzräumen jenseits von Politikverdrossenheit und Eskapismus. Die Performance öffnete einen Raum für behutsame Reflexion darüber, was es braucht, um tragfähige Orte zu schaffen, ohne sich im Aktivismus zu erschöpfen.







Am 25. und 26. April 2025 fand TRÄNEN von und mit Jana Mila Lippitz und Sophie Meuresch in der FALTE statt. In einem gemeinsamen Prozess wurde Zwiebelsuppe zubereitet und gegessen, während sich der Abend dem Thema des (persönlichen) Weinens widmete.
Im Zentrum standen Fragen nach Teilhabe, Empathie und Verantwortung: Wer weint, wer hört zu, wer tröstet – und wessen Tränen bleiben unsichtbar? TRÄNEN verband gemeinsames Essen, Gespräch und performative Elemente zu einer Situation, in der Weinen als gesellschaftlich bedingte Erfahrung sichtbar wurde und Fürsorge als kollektive Praxis verhandelt werden konnte.





Am 12. April 2025 war SERGEANT COZY feat. Robin2k in der FALTE zu Gast. In einem offenen Konzertsetting verbanden sich komplexe elektronische Grooves mit akustischen Drums und melodischem Gesang. Dichte, teils brachiale Klangflächen kippten in rhythmische Passagen und soulige Songs.
Die Musiker*innen – Vokalistin Janna Berger und Multiinstrumentalist Robin Alberding – bewegten sich improvisierend von musikalischer Idee zu musikalischer Idee. Übergänge, Brüche und neue Richtungen entstanden im Moment und machten den Abend zu einer prozesshaften, sich ständig wandelnden Klangreise.






Die Lindener Tischgespräche (#1–3) fanden zwischen Februar und April 2025 im Projektraum FALTE statt. In der von Ana Halina Ringleb entwickelten Gesprächsperformance wurde ausschließlich in Fragen gesprochen. Ohne vorgegebene Themen entstand ein offener, regelbasierter Dialograum, in dem Zuhören, Zögern und gemeinsames Denken im Mittelpunkt standen.
Ein fester Kern aus einer vorbereitenden Arbeitsgruppe begleitete alle drei Termine; das Format war zugleich öffentlich zugänglich. Ergänzend wurden Fragen schriftlich auf einer Tischdecke festgehalten, die sich über die Termine hinweg zu einem materiellen Archiv der Gespräche verdichtete und zum Abschluss als installatives Artefakt gezeigt wurde.







FALTE
Raum für interdisziplinäre künstlerische Begegnung. Ein von Künstler*innen geführter Projektraum und Gemeinschaftsatelier.
FALTE wird gefördert aus Mitteln der Atelier- und Projektraumförderung des Kulturbüros Hannover.